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Frisch gefertigte Stahlrohre liegen gebündelt in einer deutschen Rohrfabrik neben der Fertigungslinie, Tageslicht fällt durch die Hallentür.
Branchen · Stahl und Rohre

Energiekosten in Stahlwerk und Rohrwerk senken

Stand:

Kurz gesagt

Stahlerzeuger stehen auf allen Förderlisten. Bei Stahlrohren fehlt die Strompreiskompensation, und die CO2-Kompensation für Brennstoffe sinkt von 95 auf 65 Prozent. Industriestrompreis und Begrenzung der Umlagen gelten für beide. Große Werke nutzen vieles davon schon; offen sind oft Prozessentlastungen, Fristen nach Umfirmierung, Netzentgelt und Abrechnung. Datenstand: 08.10.2026.

Prozessentlastung für Gas, Kohle und Strom

Für Gas in der Metallerzeugung und -bearbeitung sieht das Energiesteuergesetz die volle Entlastung vor: Erstattet wird die tatsächlich entrichtete Steuer, bei Erdgas regelmäßig 5,50 Euro je Megawattstunde, ohne Selbstbehalt. Das gilt für Wärmeöfen im Walz- und Rohrwerk ebenso wie für Glüh- und Vergütungsanlagen und für chemische Reduktionsverfahren. Die Prozessmenge muss gemessen oder in einem vom Hauptzollamt zugelassenen Verfahren ermittelt werden, die übrige Heizmenge läuft über die allgemeine Entlastung. Die Frist ist hart, regelmäßig der 31.12. des Folgejahres. Kohle und Koks, etwa im Hochofen, können mit Erlaubnis steuerfrei verwendet werden, wenn sie als Reduktionsmittel oder als Heizstoff für diese Prozesse dienen.

Bei der Stromsteuer gibt es neben der allgemeinen Entlastung von 20 Euro je Megawattstunde eine eigene Entlastung für Strom zum Schmelzen, Erwärmen und zur Wärmebehandlung in der Metallerzeugung sowie für chemische Reduktionsverfahren. Sie erstattet die volle Steuer von 20,50 Euro je Megawattstunde und kennt keine Jahresschwelle. Der Unterschied zur allgemeinen Entlastung ist je Megawattstunde klein. Lohnend ist sie vor allem dort, wo Prozessmengen bisher gar nicht entlastet werden. Dieselbe Megawattstunde wird nur einmal entlastet.

Mehr dazu: Energiesteuer-Entlastung für Prozesse · Produzierendes Gewerbe und Stromsteuer

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Rechenweg: max(0; 400 MWh × 20 € − 250 €) = 7.750 € · Überschlag ohne Gewähr; maßgeblich ist die Prüfung im Einzelfall.

Industriestrompreis und Strompreiskompensation richtig kombinieren

Für 2026 ergibt sich beim Industriestrompreis rechnerisch eine Beihilfe von 18,72 Euro je Megawattstunde auf den anrechenbaren Verbrauch, vor einer möglichen Kürzung. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, das BAFA kann bei knappen Mitteln anteilig kürzen. Mindestens die Hälfte der Beihilfe ist in Dekarbonisierung zu investieren, sonst wird der Anteil mit Zinsen zurückgefordert. Der Antrag für 2026 läuft bis 31.03.2027; wer für dasselbe Jahr Strompreiskompensation beantragt, hat bis 15.07.2027 Zeit. Ab 10 GWh im Unternehmensantrag ist ein Prüfvermerk eines Wirtschaftsprüfers nötig.

Stahlerzeuger können zusätzlich Strompreiskompensation beantragen, nur nicht für dieselbe Megawattstunde. Für unterschiedliche Mengen gehen beide, es gilt ein gemeinsamer Höchstbetrag. Nach dem Entwurf der neuen Förderrichtlinie (Stand Mai 2026) muss für die bisherigen Sektoren ein zertifiziertes Energiemanagement ab 1. Januar des Abrechnungsjahres laufen; dazu kommt eine jährliche Gegenleistung. Die Frist für 2025 ist am 17.08.2026 abgelaufen und nicht nachholbar.

Mehr dazu: Industriestrompreis · Strompreiskompensation · Industriestrompreis und Strompreiskompensation im Vergleich

Begrenzung der Umlagen

Über 1 GWh je Abnahmestelle lassen sich KWKG- und Offshore-Umlage oberhalb der ersten Gigawattstunde auf 15 Prozent begrenzen, insgesamt gedeckelt auf einen kleinen Anteil der Bruttowertschöpfung. Voraussetzung sind ein Energiemanagementsystem und eine Gegenleistung, etwa wirtschaftliche Effizienzmaßnahmen. Der Antrag für 2028 läuft bis 30.06.2027; der Prüfungsvermerk ist dabei zwingend fristgebunden. Ob die Begrenzung schon läuft, sehen wir auf der Stromrechnung.

Mehr dazu: Besondere Ausgleichsregelung

CO2-Kompensation und Emissionshandel

Für Stahlerzeugung beträgt der Kompensationsgrad 95 Prozent, für Stahlrohre 65 Prozent. Ohne Nachweis der Emissionsintensität gilt nur 60 Prozent. Brennstoffe, die in einer Anlage des europäischen Emissionshandels eingesetzt werden, zählen für die CO2-Kompensation nicht; dazu gehören bei großen Werken viele Öfen, auch große Wärmeöfen in Rohrwerken. Prüfen lohnt sich bei Brennstoffen außerhalb der Anlagengrenze, etwa in Nebenanlagen, und bei der Frage, ob der Lieferant den nationalen CO2-Preis für Mengen aus dem Emissionshandel trotzdem berechnet. Voraussetzung für die Kompensation sind ein Energiemanagement und Investitionen in die dort als wirtschaftlich erkannten Klimaschutzmaßnahmen. Der Antrag für 2026 läuft bis 30.06.2027.

Mehr dazu: CO2-Preis

Netzentgelt bei Dauerlast, Lichtbogen und Schichtbetrieb

Das Lastprofil hängt am Verfahren. Werke mit Dauerlast, etwa auf der Hochofenroute oder bei Ferrolegierungen, kommen eher an die Schwellen des Bandlastprivilegs: mindestens 7.000 Benutzungsstunden und mehr als 10 GWh an der Abnahmestelle. Lichtbogenöfen erzeugen hohe Spitzen, dort ist das Bandlastprivileg in der Regel nicht erreichbar. Ob die atypische Netznutzung passt, zeigt nur der Lastgang: Entscheidend ist, ob die Last in den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers deutlich unter der Jahreshöchstlast bleibt, und das hängt an der Fahrweise der Öfen. Rohrwerke mit Schichtbetrieb können wieder anders aussehen.

Mehr dazu: Bandlastprivileg · Atypische Netznutzung

Aufschlag für besondere Netznutzung

Gut prüfbar ist der Aufschlag für besondere Netznutzung: Für den selbst verbrauchten Strom oberhalb der ersten Gigawattstunde je Abnahmestelle sinkt er 2026 von 1,559 auf höchstens 0,050 ct je Kilowattstunde; liegen die Stromkosten im Vorjahr über 4 Prozent des Umsatzes, auf höchstens 0,025 ct. Bei Großbetrieben ist das oft schon erledigt, aber nicht immer; die Rechnung zeigt es. Die Stromnetzentgeltverordnung tritt mit Ablauf des 31.12.2028 außer Kraft; ab 2029 rechnen wir nach den dann geltenden Regeln neu.

Mehr dazu: Aufschlag für besondere Netznutzung

Was große Werke oft übersehen

Große Werke nutzen die Strompreiskompensation meist schon. Nach einer Umfirmierung oder einem Eigentümerwechsel prüfen wir, ob alle Anträge, Meldungen und Fristen nahtlos weiterlaufen. Dazu kommen nicht entlastete Prozessmengen, der Aufschlag für besondere Netznutzung und die Konzessionsabgabe: Bei sehr niedrigen Durchschnittspreisen kann sie ganz entfallen, das prüfen wir je Lieferstelle. Bei Großbetrieben finden wir selten den einen neuen Hebel, aber oft Lücken zwischen den bestehenden.

Mehr dazu: Konzessionsabgabe

Fristen für Stahl- und Rohrwerke

  1. regelmäßig der 31.12. des Folgejahres
    WiederkehrendAusschlussfrist

    Energiesteuer-Entlastung für Prozessgas

    Die Frist ist hart, regelmäßig der 31.12. des Folgejahres.

    Mehr dazu
  2. 17.08.2026
    Ausschlussfrist

    Strompreiskompensation: Frist für 2025

    Die Frist für 2025 ist am 17.08.2026 abgelaufen und nicht nachholbar.

    Mehr dazu
  3. 31.03.2027

    Industriestrompreis: Antrag für 2026

    Der Antrag für 2026 läuft bis 31.03.2027.

    Mehr dazu
  4. 30.06.2027

    CO2-Kompensation: Antrag für 2026

    Der Antrag für 2026 läuft bis 30.06.2027.

    Mehr dazu
  5. 30.06.2027
    Ausschlussfrist

    Begrenzung der Umlagen: Antrag für 2028

    Der Antrag für 2028 läuft bis 30.06.2027; der Prüfungsvermerk ist dabei zwingend fristgebunden.

    Mehr dazu
  6. 15.07.2027

    Industriestrompreis bei Strompreiskompensation für dasselbe Jahr

    Wer für dasselbe Jahr Strompreiskompensation beantragt, hat bis 15.07.2027 Zeit.

    Mehr dazu
  7. 31.12.2028

    Die Stromnetzentgeltverordnung tritt außer Kraft

    Ab 2029 rechnen wir nach den dann geltenden Regeln neu.

Wann wir abraten

  • Bei der Rohrherstellung weisen wir keine Strompreiskompensation aus.
  • Beim Lichtbogenofen rechnen wir das Bandlastprivileg nicht schön.
  • Bei Stahl- und Rohrhandel mit Zuschnitt prüfen wir zuerst, ob die Bearbeitung im Betrieb den Schwerpunkt bildet; ist das nicht der Fall, bleiben vor allem Netzentgelte, Konzessionsabgabe und Rechnungsprüfung.
  • Wenn Ihre Energieabteilung alle Hebel lückenlos bearbeitet, sagen wir Ihnen das nach der Prüfung offen.

So läuft die Prüfung

  1. Rechnungen hochladen

    Sie laden die Jahresrechnungen für Strom und Gas hoch, gern mit Lastgang und den letzten Bescheiden.

  2. Prüfung

    Wir prüfen Klasse und Produkte je Abnahmestelle, Prozessmengen, laufende Anträge und Fristen und nennen Ihnen das berechnete Potenzial pro Jahr, je Hebel getrennt.

Wer was übernimmt, je Hebel
HebelUmsetzung
Stromsteuer-Entlastung, auch für ProzessstromWir bereiten Mengen und Unterlagen vor, die Anträge stellen unsere Partnerkanzleien mit Ihrer Vollmacht.
Industriestrompreis, Strompreiskompensation, CO2-Kompensation für Brennstoffe, Begrenzung der UmlagenWir setzen sie gemeinsam mit unseren Partnerkanzleien um, Wirtschaftsprüfer kommen dazu, wo ein Prüfvermerk nötig ist.
Energiesteuer auf Gas, Netzentgelte, Konzessionsabgabe, RechnungsprüfungDas setzen wir selbst um.

Häufige Fragen

Stahlerzeuger und Hersteller von Stahlrohren, Rohrform- und Verbindungsstücken stehen auf der Liste. Das BAFA ordnet jede Abnahmestelle selbst ein. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und mindestens die Hälfte der Beihilfe ist in Dekarbonisierung zu investieren.

Für die Rohrherstellung nicht: Stahlrohre stehen nicht auf der Liste. Erzeugt Ihr Werk sein Vormaterial selbst, kann die Stahlerzeugung dafür in Frage kommen, denn maßgeblich ist das Produkt der jeweiligen Anlage.

Strom zum Schmelzen, Erwärmen und zur Wärmebehandlung in der Metallerzeugung kann gesondert entlastet werden, dann um die volle Stromsteuer von 20,50 Euro je Megawattstunde und ohne Jahresschwelle. Gegenüber der allgemeinen Entlastung von 20 Euro ist der Unterschied klein; er lohnt vor allem dort, wo Prozessmengen bisher gar nicht entlastet werden. Dieselbe Menge wird nur einmal entlastet.

Voraussetzung sind mindestens 7.000 Benutzungsstunden und mehr als 10 GWh an der Abnahmestelle. Werke mit Dauerlast, etwa auf der Hochofenroute oder bei Ferrolegierungen, erreichen das eher; Elektrostahlwerke mit Lichtbogenöfen haben meist zu hohe Spitzen. Sicher zeigt das erst der Lastgang. Die StromNEV tritt mit Ablauf des 31.12.2028 außer Kraft; für bestehende Vereinbarungen sieht der Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur einen Übergang nur unter mehreren Bedingungen vor.

Typisch sind Brüche nach Umfirmierung oder Eigentümerwechsel, nicht gemeldete Mengen beim Aufschlag für besondere Netznutzung, nicht entlastete Prozessmengen bei Gas und Strom, eine mögliche Befreiung von der Konzessionsabgabe bei sehr niedrigen Durchschnittspreisen und Abrechnungsfehler bei Leistung und Blindarbeit.

Die Prüfung aller Hebel übernehmen wir. Die Anträge auf Stromsteuer-Entlastung stellen unsere Partnerkanzleien mit Ihrer Vollmacht. Industriestrompreis, Strompreiskompensation, CO2-Kompensation für Brennstoffe und Begrenzung der Umlagen setzen wir gemeinsam mit unseren Partnerkanzleien um, Wirtschaftsprüfer kommen dazu, wo ein Prüfvermerk nötig ist. Energiesteuer, Netzentgelte, Konzessionsabgabe und Rechnungsprüfung setzen wir selbst um.

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Quellen

  1. 1Industriestrompreis: KUEBLL-Teilliste 1eur-lex.europa.eu · 2. Juli 2026
  2. 2EnFG: Besondere Ausgleichsregelung, Anlage 2gesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  3. 3Strompreiskompensation: Anhang Ieur-lex.europa.eu · 8. Oktober 2026
  4. 4BECV: CO2-Kompensation, Anlagegesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  5. 5BECV: Emissionshandel und Ausschlüssegesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  6. 6BECV: Gegenleistunggesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  7. 7EnergieStG: Prozessentlastung § 51gesetze-im-internet.de · 7. Oktober 2026
  8. 8EnergieStG: Steuerfreie Kohlegesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  9. 9StromStG: Prozessentlastung § 9agesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  10. 10StromStG: Steuersatzgesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  11. 11Stromsteuer-Entlastung § 9bgesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  12. 12EnFG: Voraussetzungen der Umlagenbegrenzunggesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  13. 13EnFG: Umlagenbegrenzung, Höhegesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  14. 14StromNEV: Bandlast und atypische Netznutzunggesetze-im-internet.de · 7. Oktober 2026
  15. 15StromStG: Unternehmen in Schwierigkeitengesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
  16. 16EnergieStG: Unternehmen in Schwierigkeitengesetze-im-internet.de · 8. Oktober 2026
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