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Blick in eine deutsche Elektrolysehalle mit Zellenreihen, Stromschienen und Kränen, ein Arbeiter mit Helm von hinten.
Strompreiskompensation · Sektoren

Strompreiskompensation: Liste der berechtigten Sektoren

Stand:

Kurz gesagt

Strompreiskompensation gibt es nur für Produkte aus dem Anhang I der EU-Beihilfeleitlinien zum Emissionshandel. Die Liste hat zwei Tabellen: 14 bisherige Einträge und seit dem Abrechnungsjahr 2025 22 neue. Manche Einträge gelten nur für einzelne Produkte. Für 2026 ist nach unserem Stand keine weitere Erweiterung bekannt. Datenstand: 08.10.2026, Codes und Bezeichnungen nach der Liste der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt).

Tabelle 1: die bisherigen Sektoren

CodeSektorHinweis
1424Lederbekleidung und Pelzwaren–
1711Holz- und Zellstoff–
1712Papier, Karton und Pappe–
1920Mineralölerzeugnisse und fossile Brennstoffe–
2011Industriegasenur Wasserstoff (20111150) und anorganische Sauerstoffverbindungen der Nichtmetalle (20111290)
2013sonstige anorganische Grundstoffe und Chemikalien–
2016Kunststoffe in Primärformennur Polyethylenglykole und andere Polyetheralkohole in Primärformen (20164015); der ganze Zweig steht in Tabelle 2
2314Glasfasernnur Matten (23141210) und Vliese (23141230); der ganze Zweig steht in Tabelle 2
2410Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen–
2442AluminiumErzeugung und erste Bearbeitung
2443Blei, Zink und ZinnErzeugung und erste Bearbeitung
2444KupferErzeugung und erste Bearbeitung
2445sonstige NichteisenmetalleErzeugung und erste Bearbeitung
2451Eisengießereien–
Tabelle 2: die neuen Sektoren seit 2025
CodeSektorHinweis
0710Eisenerzbergbau–
0729sonstiger Nichteisenmetallerzbergbau–
1041Öle und Fetteohne Margarine und ähnliche Nahrungsfette
1106Malz–
1310Spinnstoffaufbereitung und Spinnerei–
1395Vliesstoff und nicht konfektionierte Erzeugnisse daraus–
1621Furnier-, Sperrholz-, Holzfaser- und Holzspanplatten–
2012Farbstoffe und Pigmente–
2014sonstige organische Grundstoffe und Chemikalien–
2015Düngemittel und Stickstoffverbindungen–
2016Kunststoffe in Primärformenganzer Zweig
2017synthetischer Kautschuk in Primärformen–
2059sonstige chemische Erzeugnissenur Alkylbenzol- und Alkylnaphthalin-Gemische (20595670)
2060Chemiefasern–
2311Flachglasohne Veredlung und Bearbeitung von Flachglas
2313Hohlglas–
2314Glasfasern und Waren darausganzer Zweig
2331keramische Wand- und Bodenfliesen und -platten–
2399sonstige Mineralerzeugnissenur Hüttenwolle, Steinwolle und ähnliche mineralische Wollen (23991910)
2431Blankstahl–
2434kaltgezogener Draht–
2720Batterien und Akkumulatoren–

So lesen Sie die Codes

Die DEHSt führt die Liste mit vierstelligen Codes der europäischen Wirtschaftszweigklassifikation in ihrer neuen Fassung (NACE Rev. 2.1, in Deutschland WZ 2025). Ältere Unterlagen, Registerauszüge oder Auskunfteien weisen oft noch die Klassifikation WZ 2008 aus. Bei den meisten Einträgen stimmen beide Nummern überein, etwa 1621 für Holzwerkstoffplatten oder 2311 für Flachglas. Bei einzelnen Einträgen weichen Nummer oder Zuschnitt ab, etwa bei Lederbekleidung und Pelzwaren. Wir prüfen deshalb beide Systeme und gleichen sie mit dem ab, was Ihre Anlagen tatsächlich herstellen. Maßgeblich ist am Ende nicht die Nummer im Handelsregister oder bei der Auskunftei, sondern das Produkt.

Was "Teil" bedeutet: Produkte statt Branchen

Steht hinter einem Code der Hinweis auf einzelne Produkte, ist nicht der ganze Wirtschaftszweig berechtigt. Dann entscheidet der achtstellige Prodcom-Code, dem das Produkt nach dem amtlichen Güterverzeichnis zuzuordnen ist. Bei Industriegasen sind das zum Beispiel nur Wasserstoff und anorganische Sauerstoffverbindungen der Nichtmetalle; Sauerstoff, Stickstoff oder Argon aus der Luftzerlegung zählen nicht. Aber auch bei vollständig gelisteten Sektoren zählt nur der Strom, der auf berechtigte Produkte entfällt. Stellt eine Anlage auch andere Produkte her, wird aufgeteilt. Mehr dazu auf der Seite zu den Voraussetzungen.

Neu 2026?

Viele suchen nach neuen Branchen für 2026. Die große Erweiterung kam mit der Neufassung der EU-Leitlinien Anfang 2026, gilt aber schon für Kosten ab dem Abrechnungsjahr 2025. Weil die Frist für 2025 im August 2026 ablief, ist das Abrechnungsjahr 2026, beantragt im Jahr 2027, für viele dieser Betriebe das erste, das sie mit Vorlauf vorbereiten können. Eine weitere Erweiterung für 2026 ist uns nicht bekannt. Die Bundesregierung arbeitet an einer Änderung der nationalen Richtlinie für die Jahre 2026 bis 2030; die Produktliste selbst legt aber die EU fest.

Häufige Fehlannahmen: diese Branchen stehen nicht auf der Liste
BrancheWarum nicht
Kunststoffverarbeitung, Spritzguss, Folien, Kunststoffverpackungennur Kunststoffe in Primärformen sind gelistet
Metallverarbeitung, Schmieden, Maschinenbauweder Metallerzeugnisse noch Maschinen gelistet
Stahlrohre, Kaltbandaus der ersten Bearbeitung von Stahl nur Blankstahl und kaltgezogener Draht
Stahlgießereien, Leicht- und Buntmetallgießereiennur Eisengießereien gelistet
Technisches Glas, Veredlung von Flachglasnur Flachglas, Hohlglas, Glasfasern
Luftzerlegung (Sauerstoff, Stickstoff, Argon)bei Industriegasen nur Wasserstoff und anorganische Sauerstoffverbindungen
Ziegel, Zement, Beton, Feuerfestnicht gelistet
Sanitär-, Haushalts- und technische Keramiknur Wand- und Bodenfliesen
Papierverarbeitungnur Herstellung von Papier, Karton, Pappe
Weberei, Textilveredlung, Teppichenur Spinnerei und Vliesstoffe
Gerbereien, Lederwarennur Lederbekleidung und Pelzwaren
Bäckereien, Fleisch, MolkereienLebensmittel nur Malz sowie Öle und Fette
Aus der Praxis
01

Schmiede

Eine Schmiede mit rund 5 Gigawattstunden Jahresverbrauch steht auf der Liste für den Industriestrompreis.

02

Teppichhersteller

Ein Teppichhersteller kam über unsere Seite zum Industriestrompreis. Seine Weiterverarbeitung zu Bodenbelägen steht nicht auf der Liste der Strompreiskompensation, Spinnereien und Vliesstoffe dagegen schon.

03

Hersteller von Spezialglas

Ein Hersteller von Spezialglas lag in unserer Vorprüfung zwischen zwei Wirtschaftszweigen.

04

Verpackungshersteller

Bei einem Verpackungshersteller führte der Branchenverband ihn als Kunststoffbetrieb, eine Auskunftei als Papierverarbeiter.

Liste der Strompreiskompensation und Liste des Industriestrompreises

Viele Betriebe mit berechtigten Produkten kommen auch für den Industriestrompreis und für die Begrenzung der Umlagen in Betracht; deren Voraussetzungen prüfen wir gesondert. Wer berechtigte Produkte herstellt, sollte deshalb alle drei Programme gemeinsam betrachten. Für dieselbe Strommenge gibt es aber nur Strompreiskompensation oder Industriestrompreis, nicht beides.

Häufige Fragen

Hersteller von Produkten aus Anhang I der EU-Beihilfeleitlinien zum Emissionshandel. Dazu gehören Stahl, Aluminium, Kupfer und andere Nichteisenmetalle, Papier und Zellstoff, Grundstoffchemie, Eisengießereien und seit 2025 zum Beispiel Holzwerkstoffplatten, Flach- und Hohlglas, Glasfasern, Keramikfliesen, Malz, Spinnereien, Vliesstoffe, Chemiefasern und Batterien.

Die große Erweiterung gilt seit dem Abrechnungsjahr 2025 mit 22 neuen Einträgen. Für 2026 ist nach unserem Stand keine weitere Erweiterung bekannt. Für viele Betriebe aus diesen Sektoren ist das Abrechnungsjahr 2026, beantragt im Jahr 2027, das erste, das sie mit Vorlauf vorbereiten können.

Nur die Herstellung von Kunststoffen in Primärformen, also von Granulaten und Polymeren. Spritzgießer, Folienhersteller und andere Verarbeiter nicht.

Für Flachglas, Hohlglas und Glasfasern ja. Die Veredlung von Flachglas und technisches Glas stehen nicht auf der Liste. Entscheidend ist die Produktklasse, nicht ob ein Glas im Alltag als Spezialglas gilt.

Dass nur einzelne Produkte des Wirtschaftszweigs berechtigt sind, etwa Hütten- und Steinwolle aus dem Bereich sonstiger Mineralerzeugnisse oder Wasserstoff aus dem Bereich Industriegase. Dann entscheidet der Prodcom-Code, dem das Produkt zuzuordnen ist.

Nein. Die Liste für den Industriestrompreis ist deutlich länger. Viele Betriebe mit berechtigten Produkten kommen auch für den Industriestrompreis und die Begrenzung der Umlagen in Betracht; deren Voraussetzungen prüfen wir gesondert.

Dann gibt es keine Strompreiskompensation. Andere Entlastungen können trotzdem greifen, etwa bei Stromsteuer, Netzentgelten oder dem Industriestrompreis.

Nächster Schritt

Prüfen Sie mit unserem Selbsttest, ob Ihre Produkte in Frage kommen, oder lesen Sie auf der Seite Ihrer Branche, welche weiteren Entlastungen für Sie greifen. Den Antrag auf Strompreiskompensation setzen wir zusammen mit unseren Partnerkanzleien um, die Bescheinigung stellen Wirtschaftsprüfer aus.

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Quellen

  1. 1DEHSt: Antragsseite Strompreiskompensation (Sektorlisten)dehst.de · 8. Oktober 2026
  2. 2EU-Beihilfeleitlinien, Anhang I (EUR-Lex)eur-lex.europa.eu · 2. Juli 2026
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