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Umspannwerk mit Transformatoren, Strommasten und Freileitungen im weichen Tageslicht, im Hintergrund eine Windkraftanlage.
Terminmarkt

Terminmarkt Strom: Preise für die nächsten Jahre

Stand:

Kurz gesagt

Wenn Ihr Lieferant Ihnen einen Festpreis für zwei Jahre anbietet, sichert er diesen Preis in der Regel über Termingeschäfte ab. Am Terminmarkt werden Lieferungen für die Zukunft gehandelt: für den nächsten Monat, das nächste Quartal oder mehrere Jahre im Voraus. In Deutschland geschieht das über Futures an der Energiebörse EEX und über außerbörsliche Geschäfte zwischen Händlern und Lieferanten.

Was am Terminmarkt gehandelt wird

Die Standardprodukte unterscheiden sich in zwei Dimensionen. Erstens das Lieferprofil: Base steht für eine gleichmäßige Lieferung in allen Stunden, Peak für die Stunden von 8 bis 20 Uhr an den Tagen Montag bis Freitag. Zweitens der Zeitraum: Monat, Quartal oder Kalenderjahr. Ein Kürzel wie "Cal-27 Base" bedeutet also ein Produkt mit gleichmäßiger Leistung über das ganze Jahr 2027.

Die deutschen Futures beziehen sich auf den Durchschnitt der Spotpreise im Lieferzeitraum und werden finanziell abgerechnet, Strom fließt über sie nicht. Damit sichern Händler und Lieferanten den Preis, den sie später am Spotmarkt zahlen oder erlösen.

Warum abgesichert wird

Am Spotmarkt schwankt der Preis von Viertelstunde zu Viertelstunde. Wer für das nächste Jahr kalkulieren muss, will diese Schwankung nicht vollständig tragen. Am Terminmarkt lässt sich heute ein Preis für eine spätere Lieferung festlegen. Der Preis enthält die Erwartungen der Marktteilnehmer, etwa zu Gaspreis, CO2-Preis und Ausbau von Wind und Sonne, und einen Auf- oder Abschlag für das Risiko. Er kann deshalb deutlich vom späteren Spotpreis abweichen, nach oben wie nach unten.

Tranchen statt ein Zeitpunkt

Niemand weiß verlässlich, wann der günstigste Zeitpunkt für einen Abschluss ist. Viele Verträge für Gewerbe und Industrie arbeiten deshalb mit Tranchen: Die Jahresmenge wird in Teilmengen aufgeteilt, die zu verschiedenen Zeitpunkten gesichert werden. Das verhindert nicht, dass Sie in einem teuren Moment kaufen, aber es verhindert, dass Sie alles in diesem Moment kaufen. Welche Vertragsregeln dabei wichtig sind, zeigen wir auf der Seite zur Gewerbestrom-Ausschreibung.

Aus der Praxis (anonymisiert, Werte gerundet): Spot im ersten Jahr, Tranchen für die Folgejahre

Ein Produktionsbetrieb mit eigener Photovoltaik wollte seinen Energiepreis, also ohne Netzentgelte, Steuern und Umlagen, für die nächsten Jahre unter 10 Cent je kWh halten. Ein Blick auf die Terminpreise im Spätsommer zeigte: Für das kommende Jahr war das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu fixieren. Die geplante Struktur hat zwei Teile. Im ersten Jahr bleibt der Betrieb im Spotbezug und setzt auf einen Speicher. Für die Jahre danach sollen schon jetzt erste Tranchen auf die Grundmenge gesichert werden, Restmengen später. Den Vertrag setzt ein Partner um, wir haben Profil und Nebenkosten gerechnet.

Ein reiner Spotvertrag erlaubt das nicht, deshalb braucht es einen Vertrag mit Tranchenmöglichkeit.

Der Terminmarkt und der Industriestrompreis

Für Unternehmen mit gelisteter Tätigkeit hat der Terminmarkt in den Abrechnungsjahren 2026 bis 2028 eine zweite Bedeutung. Der Referenzpreis für den Industriestrompreis ist das Mittel der täglichen Settlementpreise des deutschen Base-Jahresfutures für das Abrechnungsjahr, gehandelt im Jahr davor. Für 2026 liegt er bei 87,44 Euro je MWh. Daraus ergibt sich ein Differenzpreis von 37,44 Euro je MWh, und nach Anwendung der Beihilfeintensität von 0,5 eine Entlastung von 18,72 Euro je MWh auf den anrechenbaren Verbrauch. Steigt der Terminpreis, steigt grundsätzlich auch die Entlastung. Ab einem Referenzpreis von 100 Euro je MWh steigt sie nach Auslegung des BAFA nur noch halb so stark, liegt der Referenzpreis bei 50 Euro je MWh oder darunter, gibt es keine Entlastung.

Für ein Sägewerk auf der Liste haben wir das durchgerechnet. Für 2026 steht der Referenzpreis fest, für 2027 rechnen wir nach unserer Markterwartung mit einem deutlich höheren Satz; den genauen Wert veröffentlicht das BAFA. Hätten wir für 2027 einfach den Satz von 2026 angesetzt, wäre das Potenzial für dieses Jahr spürbar zu niedrig ausgewiesen worden. Dazu kam ein zweiter Befund: Auch der selbst verbrauchte Strom aus der eigenen Photovoltaik zählt beim Industriestrompreis mit, jede Menge aber nur einmal.

Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Das BAFA entscheidet nach Ermessen und kann bei knappen Haushaltsmitteln anteilig kürzen. Mit der Förderung ist eine Pflichtinvestition verbunden; wer sie nicht erfüllt, zahlt den entsprechenden Anteil mit Zinsen zurück. Den Antrag bereiten wir gemeinsam mit unseren Partnerkanzleien vor, und mit Wirtschaftsprüfern, wo ein Prüfungsvermerk nötig ist.

Zahlen 2026
Referenzpreis
87,44 Euro je MWh
Differenzpreis
37,44 Euro je MWh
Entlastung nach Anwendung der Beihilfeintensität von 0,5, auf den anrechenbaren Verbrauch
18,72 Euro je MWh

Wer was macht

  • Wir verkaufen keine Stromverträge und geben keine Zeitpunkt-Tipps.
  • Wir prüfen Ihre Rechnung auf Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen und rechnen staatliche Entlastungen wie den Industriestrompreis mit dem jeweils geltenden Referenzpreis.

Häufige Fragen

Der Handel mit Lieferungen in der Zukunft, etwa für den nächsten Monat, das nächste Quartal oder die nächsten Jahre. In Deutschland läuft er über Futures an der Energiebörse EEX und über außerbörsliche Geschäfte zwischen Händlern und Lieferanten.

Base steht für eine gleichmäßige Lieferung rund um die Uhr, Peak für die Stunden von 8 bis 20 Uhr an den Tagen Montag bis Freitag.

Statt den gesamten Strom auf einmal zu einem Preis zu sichern, kauft man Teilmengen zu verschiedenen Zeitpunkten. Das glättet das Risiko eines schlechten Zeitpunkts.

Der Terminpreis bildet heutige Erwartungen an den späteren Spotpreis ab, dazu einen Auf- oder Abschlag für das Risiko. Der Spotpreis entsteht kurzfristig, am Day-Ahead-Markt am Vortag der Lieferung. Beide können deutlich auseinanderliegen.

Der Referenzpreis ist das Mittel der täglichen Settlementpreise des deutschen Base-Jahresfutures für das Abrechnungsjahr, gehandelt im Jahr davor. Für 2026 liegt er bei 87,44 Euro je MWh. Je höher er liegt, desto höher fällt die Entlastung grundsätzlich aus; ab 100 Euro je MWh steigt sie nur noch halb so stark. Das gilt für die Abrechnungsjahre 2026 bis 2028.

Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Leistungsberechtigt sind Unternehmen mit Abnahmestellen, deren Tätigkeit auf der Liste steht; das BAFA entscheidet nach Ermessen und kann bei knappen Haushaltsmitteln anteilig kürzen.

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Quellen

  1. 1EEX: Deutsche Strommärkteeex.com · 8. Oktober 2026
  2. 2Bundesnetzagentur: Pressemitteilung zum Strommarktbundesnetzagentur.de · 5. Januar 2026
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